Zum Inhalt
Einstich
Einwilligung

Pflegehinweise

Dein Piercing ist frisch. Jetzt kommt der wichtigere Teil.

Das Stechen dauert einen Moment, die Heilung ein paar Monate. Wie gut dein Piercing am Ende sitzt, entscheidet sich in den Wochen danach — und damit bei dir.

Oben findest du das Wichtigste in Kürze. Darunter steht alles ausführlich, aufgeklappt bekommst du es, wenn du es brauchst.

Das Wichtigste in Kürze

Wenn du nur eines liest, dann das hier.

  • Dreimal täglich mit dem empfohlenen Pflegespray einsprühen — morgens, mittags, abends.
  • Vorher immer die Hände waschen. Sonst nicht anfassen.
  • Nicht drehen, nicht schieben, nicht damit spielen.
  • Krusten nicht abkratzen. Einsprühen, aufweichen lassen, vorsichtig abtupfen.
  • 3 bis 4 Wochen keine Sauna, kein Schwimmbad, kein Meer, kein Solarium, kein Vollbad.
  • Duschen ist in Ordnung. Danach vorsichtig trocken tupfen, mit Küchenpapier statt Handtuch.
  • Der Erstschmuck bleibt drin, bis wir ihn gemeinsam wechseln.
  • Nach 6 bis 8 Wochen kommst du zum Kontrolltermin — dann sehen wir uns das an und wechseln bei Bedarf den Schmuck.
  • Rötung, leichte Schwellung und eine klare bis gelbliche Absonderung sind normal.
  • Bei starker Schwellung, pochendem Schmerz, grünem Eiter oder Fieber: melde dich, und geh im Zweifel zum Arzt.
  • Keine Salben, kein Alkohol, kein Teebaumöl, keine Hausmittel.
  • Make-up, Haarspray, Shampoo und Cremes vom Piercing fernhalten.

Kontrolltermin

Kontrolltermin nach 6 bis 8 Wochen. Der gehört dazu und kostet dich nichts extra — wir schauen uns die Stelle in Ruhe an, und wenn alles gut aussieht, wechseln wir den Erstschmuck gegen etwas Kürzeres oder Schöneres.

Termin ausmachen

Alles ausführlich

Wenn du es genau wissen willst

Reinigen: dreimal täglich, mehr nicht

Sprüh das Piercing dreimal am Tag mit dem Pflegespray ein, das ich dir empfohlen habe. Von beiden Seiten, sodass die Flüssigkeit in den Stichkanal läuft. Sprühen & fertig :)

Mehr ist nicht besser. Wer zu oft reinigt, reizt die Haut und verzögert die Heilung genauso wie jemand, der es ganz sein lässt. Dreimal reicht.

Wasch dir immer vorher die Hände. Die häufigste Ursache für Probleme sind nicht Keime aus der Luft, sondern die eigenen Finger.

Finger weg: nicht drehen, nicht spielen

Das Drehen des Schmucks ist ein alter Ratschlag, der sich hartnäckig hält — und er ist falsch. Jede Bewegung reißt die frisch gebildete Haut im Stichkanal wieder ein. Lass den Schmuck einfach in Ruhe.

Auch andere sollten nicht daran fassen, so neugierig sie sind. Und Haustiere gehören nicht ans Ohr, egal wie lieb sie schauen.

Krusten und Absonderungen

In den ersten Wochen bilden sich kleine helle Krusten. Das ist Wundsekret, kein Eiter, und es gehört dazu. Kratz sie nicht ab — sprüh sie ein, warte, bis sie weich sind, und tupf sie dann ab.

Eine klare bis leicht gelbliche Absonderung ist normal. Grünlicher, dickflüssiger Ausfluss mit unangenehmem Geruch ist es nicht.

Wasser: Duschen ja, Baden nein

Duschen kannst du normal. Lass klares Wasser darüberlaufen, halte Shampoo, Duschgel und Spülung so gut es geht fern und tupfe hinterher trocken.

Für 3 bis 4 Wochen gilt: keine Badewanne, kein Schwimmbad, kein Meer, kein See, keine Sauna, kein Dampfbad, kein Whirlpool und kein Solarium. Chlor und Salzwasser reizen die frische Wunde, in stehendem Wasser sammeln sich Keime, und die Hitze in der Sauna lässt die Stelle anschwellen.

Bei Knorpel- und Intimpiercings darf es ruhig länger sein — frag mich beim Kontrolltermin, dann sage ich dir, wann du wieder ins Wasser kannst.

Handtücher, Bettwäsche, Kleidung

Zum Abtrocknen bitte Küchenpapier statt Handtuch: In Handtüchern sitzen Keime, und Fäden bleiben am Schmuck hängen.

Wechsle in den ersten Wochen öfter die Bettwäsche, mindestens den Kissenbezug. Bei einem Ohrpiercing hilft es, auf der anderen Seite zu schlafen — Druck über Stunden ist einer der häufigsten Gründe, warum ein Piercing schief anwächst.

Enge Kleidung, Gürtel, kratzende Nähte und BH-Bügel reiben an frischen Stellen. Weiter und weicher ist besser.

Sport, Schweiß und Alkohol

Die ersten Tage nimm es ruhig. Danach kannst du wieder Sport machen, spül die Stelle danach aber mit klarem Wasser ab und sprüh sie ein — Schweiß bleibt sonst im Stichkanal.

Kampfsport, Klettern und alles, wo etwas hängen bleiben oder dagegenstoßen kann, würde ich in den ersten Wochen lassen.

Viel Alkohol und Nikotin verzögern die Wundheilung. Am Tag des Stechens gar keinen Alkohol, danach in Maßen.

Was du nicht benutzen solltest

Kein hochprozentiger Alkohol, kein Desinfektionsmittel aus dem Haushalt, kein Wasserstoffperoxid, keine Wund- und Heilsalbe, kein Teebaumöl, keine Kamille, keine Zugsalbe.

Salben legen sich wie ein Deckel auf die Wunde, darunter kann nichts abfließen. Alkohol und Hausmittel brennen die neue Haut weg, die sich gerade bildet. Das Pflegespray reicht vollkommen.

Make-up, Haarspray, Selbstbräuner, Parfüm und Cremes gehören ebenfalls nicht an die Stelle.

Der Schmuck bleibt erst mal drin

Der Erstschmuck ist Titan nach ASTM F136, also implantatgeeignet, und er ist absichtlich etwas länger — die Stelle schwillt in den ersten Tagen an und braucht den Platz.

Nimm ihn nicht selbst heraus, auch nicht kurz. Ein frischer Stichkanal zieht sich schnell zusammen, und dann bekommst du den Schmuck nicht mehr hinein.

Sollte sich der Schmuck lockern — Kugeln drehen sich mit der Zeit auf — zieh ihn mit sauberen Händen vorsichtig fest oder komm vorbei.

Der Kontrolltermin nach 6 bis 8 Wochen

Nach 6 bis 8 Wochen sehen wir uns wieder. Ich schaue mir an, wie die Stelle verheilt ist, kontrolliere den Sitz und wechsle bei Bedarf den Erstschmuck gegen einen kürzeren oder gegen etwas, das dir besser gefällt.

Der Termin gehört zum Piercing dazu. Bitte komm auch, wenn alles gut aussieht — gerade dann geht der Wechsel unkompliziert.

Vollständig verheilt ist ein Piercing damit noch nicht. Je nach Stelle dauert das mehrere Monate, und so lange bleibt die Pflege wichtig.

Was normal ist

In den ersten Tagen bis Wochen: Rötung rund um den Einstich, leichte Schwellung, Wärme an der Stelle, ein Ziehen bei Berührung, kleine helle Krusten, eine klare oder leicht gelbliche Absonderung, gelegentlich ein kleiner Bluterguss.

Auch nach Wochen kann es noch Phasen geben, in denen es kurz gereizt aussieht — etwa nach einer durchgemachten Nacht, bei Stress oder wenn du versehentlich hängengeblieben bist. Das legt sich meistens von selbst.

Wann du dich melden solltest

Melde dich bei mir oder geh zum Arzt, wenn eines davon auftritt:

Starke oder zunehmende Schwellung. Pochender Schmerz, der über Tage schlimmer wird. Dickflüssiger, grünlicher oder übel riechender Ausfluss. Rote Streifen, die von der Stelle wegziehen. Fieber oder Schüttelfrost. Der Schmuck wandert sichtbar nach außen oder sinkt ein.

Bei Fieber, roten Streifen oder starkem Krankheitsgefühl bitte direkt zur Ärztin — das ist kein Fall fürs Studio, sondern für die Medizin.

Und ganz allgemein: lieber einmal zu viel gefragt als einmal zu wenig. Ich schaue es mir gern an.

Besondere Stellen

Mundpiercings: nach jedem Essen, Trinken (außer Wasser) und Rauchen mit klarem Wasser oder einer alkoholfreien Spülung ausspülen. Die ersten Tage kühlen und weich essen, nichts Scharfes, nichts Heißes. Vorsicht mit Zähnen und Zahnersatz — nicht mit dem Schmuck an den Zähnen spielen.

Brustwarzenpiercings: heilen lange, oft 6 bis 12 Monate. Weiche, gut sitzende Kleidung, keine engen BH-Bügel direkt darauf.

Intimpiercings: bis zur Abheilung auf Geschlechtsverkehr verzichten, danach eine Zeit lang nur geschützt. Auf Sauberkeit achten und lockere Baumwollwäsche tragen.

Knorpelpiercings am Ohr: brauchen am längsten, oft 6 bis 12 Monate. Besonders empfindlich gegen Druck — also nicht darauf schlafen und beim An- und Ausziehen aufpassen.

Wie lange dauert die Heilung?

Richtwerte, kein Versprechen — jeder Körper heilt anders:

Ohrläppchen etwa 6 bis 8 Wochen. Nasenflügel 4 bis 6 Monate. Knorpel am Ohr 6 bis 12 Monate. Septum 6 bis 8 Wochen. Bauchnabel 6 bis 12 Monate. Brustwarze 6 bis 12 Monate. Intimpiercings je nach Art 4 Wochen bis 6 Monate.

Solange etwas noch nicht vollständig verheilt ist, gilt die Pflege weiter — auch wenn es äußerlich längst gut aussieht.

Wenn etwas nicht stimmt

Erste Hilfe, bevor du dir Sorgen machst

Das ersetzt keinen Arztbesuch. Aber die meisten Fragen lassen sich hiermit beantworten — und der Rest mit einem Foto.

Ein Knubbel neben dem Piercing

Meist ein Reizknubbel, keine Infektion. Ursache ist fast immer Druck oder Reibung: darauf schlafen, Kopfhörer, Mütze, Haare, zu kurzer oder zu langer Schmuck, dauerndes Anfassen oder Feuchtigkeit.

Was hilft: Ursache abstellen. Dazu 3-prozentiges Wasserstoffperoxid aus der Apotheke vier- bis sechsmal täglich mit einem Wattestäbchen auf den Knubbel auftragen. Das ziehst du gute vier bis sechs Wochen durch, beziehungsweise so lange, bis der Knubbel verschwunden ist. Ist er stark ausgeprägt, hilft zusätzlich eine Wildfleisch-Scheibe aus Silikon, die auf den Schmuck gesetzt wird. Nicht drücken, nicht aufstechen, kein Teebaumöl, keine Salben.

Schmuck drinlassen. So ein Knubbel braucht Geduld. Wird er nach ein paar Wochen nicht kleiner oder wächst, schick mir ein Foto.

Rötung, Schwellung, Druckgefühl

In den ersten Tagen normal, bei Knorpel und Zunge auch länger. Kühlen hilft: ein kalter Waschlappen oder Kühlpack im Tuch, nie Eis direkt auf die Haut. Bei Mundpiercings Eiswürfel lutschen und kalt trinken.

Wird es nach dem dritten Tag schlimmer statt besser oder pocht die Stelle, melde dich mit einem Foto.

Ist es entzündet?

Anzeichen: deutliche, heiße Schwellung, pochender Schmerz, dickflüssiger grün-gelber Eiter mit Geruch, rote Streifen, die von der Stelle weglaufen, oder Fieber.

Dann bitte zum Arzt oder zur Ärztin, und den Schmuck nicht selbst herausnehmen: Sonst schließt sich der Kanal und der Eiter bleibt drin. Schick mir parallel gern ein Foto — ich sage dir ehrlich, ob das noch nach Reizung oder schon nach Entzündung aussieht.

Hängengeblieben oder eingerissen

Erst mal mit Kochsalzlösung spülen und trocken tupfen. Ein kleiner Riss heilt wie ein frisches Piercing: zurück zur Pflege wie in der ersten Woche. Schmuck prüfen, ob er noch gerade sitzt und die Kugeln fest sind. Bei Blutung, die nicht aufhört, oder wenn der Schmuck schief steht, Foto schicken.

Es juckt, nässt und wird nicht besser

Juckreiz mit klarer Flüssigkeit und ein Stichkanal, der weiter wird, deuten auf eine Reaktion aufs Material hin. Wenn du selbst anderen Schmuck eingesetzt hast, ist der die erste Verdächtige. Melde dich, wir schauen uns das an und tauschen gegebenenfalls.

Der Schmuck ist raus

Ein frischer Stichkanal schließt sich innerhalb von Stunden. Nicht selbst probieren, etwas Altes hineinzudrücken — melde dich sofort, am besten mit Foto. Bei einem abgeheilten Piercing hast du mehr Zeit, aber auch da lieber zeitnah.

Unsicher?

Dann frag. Ein kurzes Foto und zwei Sätze reichen mir meistens, um dir zu sagen, ob alles seinen Gang geht oder ob wir uns das ansehen sollten. Das ist mir deutlich lieber, als wenn du dich wochenlang sorgst.

Diese Hinweise ersetzen keine ärztliche Behandlung. Bei Beschwerden, die über das oben Beschriebene hinausgehen, wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.